Hitlers bester Einfall

Kultur | HELMUT GOLLNER | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

LITERATUR. In seinen vergnüglichen Gedichten aus zwei Jahrzehnten verweigert Martin Amanshauser Tiefsinn und die Verpflichtung auf politisches Bewusstsein. 

Martin Amanshauser hat eine lose Zunge und einen losen Kopf. Das weiß man von seinen Romanen. Ein paar lose Gedichte erschienen schon 1999 ("in der todesstunde von alfons alfred schmidt"); die meisten von ihnen finden sich auch im aktuellen Band, der eine Art "gesammelter Lyrik" des Autors vorlegt, 132 Gedichte aus den Jahren 1983 bis 2001. Martin Amanshauser ist Jahrgang 1968.

  Ein Luftikus nimmt die Welt so leicht, dass sie sich zu reimen beginnt. Amanshausers Sprache weigert sich, richtig einzurasten in ihre Verantwortlichkeiten: die Dinge auf Posten zu stellen, Ordnung zu schaffen unter ihnen. Die Schwerkraft der Verhältnisse wird ersetzt durch den Charme der Reime. Amanshausers Kreativität enthält viel Übermut und Mutwillen. Immer wieder denkt man an Morgenstern, Ringelnatz, an die Schlagfertigkeit von Kästners Reimen


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