Stadtrand: Vollmond über Wien 7

Stadtleben | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

Hierzulande beschränkt sich das Gros der "Urban Legends" auf Geschichten wie jene vom Pizzaservice, dessen Kunde wegen Herpes ärztlich behandelt werden muss, weil ihm die Pizzabäcker kollektiv aufs Knoblauchbrot onaniert haben. In puncto moderner Stadtlegenden galt in Wien bis jetzt die Devise: Hama net, brauch ma net. Bis die "Krone" unlängst die Bombe platzen ließ: "Vollmond-Bande schlug zu: Kunstwerk aus Galerie in Wien verschwunden". Von einem Galeristen war da die Rede, von einem Künstler und dessen Kunstwerk: einem ausgestopften Gnu, das durch mutmaßlichen Diebstahl abhanden gekommen war. Die Polizei bestätigte das Unfassbare: Seit einiger Zeit treibe sich in Wien 7 eine "Vollmond"-Bande herum, die stets bei Vollmond zuschlage. Eine geheimnisvolle Diebesbande! Urban-Legend-Alarm! Ob dieser Nachricht froh gestimmt, geht man dann zufällig an der TU vorbei. Plötzlich denkt man "!!!", weil die Überraschung über das Gnu, das aus dem Fenster des Büros der dortigen Studentenvertretung rauswiehert, schlecht in Worte zu fassen ist. Kein Vollmond, keine Bande. Alles nur ein Missverständnis. Die Polizei ist bereits informiert. Wien muss weiter auf seine große urbane Legende warten. Bis es so weit ist, heißt es vorläufig, weiter Pizzabrot bestellen. K. S.


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