Von Nudeln umzingelt


FLORIAN HOLZER
Stadtleben | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

NEUES LOKAL. Am Judenplatz machte ein weiteres Exemplar der Gattung "Kärntner Kasnudel-Lokal" auf. Aber der Landeshauptmann wird nicht kommen.

Es ist irgendwie schon ein bisschen seltsam: Am Judenplatz und in dessen unmittelbarer Umgebung, also unweit vom Verfassungsgerichtshof, sperrten während der letzten vier Jahre zwei Kärntner Lokale auf, Ende letzten Jahres schließlich ein drittes. Muss uns das zu denken geben, handelt es sich um psychologische Kriegsführung, wollen sich Kärntner VfGH-V-Männer artgerecht ernährt wissen? Wohl kaum, denn das erste dieser Lokale, das Bieradies im Besitz der Villacher Brauerei (Jörg Haider war bei der Eröffnung im Dezember 1997 zugegen), hat sich mittlerweile entkärntnert und serviert Bier aus Oberösterreich sowie Surbraten. Die Kasnudlerei auf der Fischerstiege indes stand nie im Verdacht, eine Ulrichsberg-Filiale zu sein, sie bot eher dem biologisch essenden und oppositionell denkenden Grüppchen von Exilkärntnern kulinarische Heimat. Und

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