WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

WAS WAR: Grünes Bekenntnis

Bundessprecher Alexander Van der Bellen hat in der sonntäglichen "Pressestunde" nicht nur den Regierungswillen seiner Partei bekundet, sondern auch eingestanden, dass er gegen eine Koalition mit der ÖVP nichts hätte. Der Grund für die deutlichen Worte: Die Grünen wollen sich bei den nächsten Wahlen nicht auf die Roten als Partner festlegen. VdB: "Wir sind nicht das Beiwagerl der SPÖ." Eine Beteiligung an der Macht würde für die Öko-Partei allerdings einen "Kulturschock" mit sich bringen, räumte der Professor ein, deswegen müsse sie "gut vorbereitet werden".

WAS KOMMT: Bestattung von NS-Opfern

Am Freitag werden auf dem Zentralfriedhof die Überreste von jenen Opfern der NS-Justiz bestattet, die zwischen 1938 und 1945 von den Nazis dem Anatomischen Institut der Universität Wien übergeben wurden. An den Leichen der über 1300 Hingerichteten wurden dort Forschungsarbeiten durchgeführt. Mehr als die Hälfte der Ermordeten hatte sich wegen "Widerstand" oder "Verweigerung gegenüber dem NS-Regime" schuldig gemacht. Am 28. April werden endlich auch die Überreste jener hundert Kinder, die in der NS-Euthanasie-Anstalt "Am Spiegelgrund" ermordet wurden, bestattet, nachdem Teile davon jahrzehntelang im Keller der Anstalt gelagert hatten.

WAS FEHLT: Zugpferd für neues LIF

Heide Schmidt und die Liberalen basteln an einem Neustart. Mit neuem Namen und neuem Personal möchten sie bei der Nationalratswahl 2003 wieder antreten, berichtet Format. Das dafür nötige Geld soll von europäischen Schwesterparteien und Gönnern wie Hans Peter Haselsteiner erschnorrt werden. Als Auftakt ist das Büro der Parteizentrale wieder rund um die Uhr besetzt, und jeden Montag tagen die LIF-Veteranen in einer Strategiesitzung. Ein Spitzenkandidat fehlt aber noch: Altvordere wie Schmidt und Haselsteiner lehnen ab, und der jetzige Bundessprecher Alexander Zach, Jahrgang 1976, ist schon aufgrund seines zarten Alters kein Vote-Getter.


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