STANDPUNKT: Eine junge Busek!

Politik | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

Die Wiener ÖVP, sonst eher lethargisch, kann nur eines nie abwarten: die nächste Obmanndebatte. Jetzt streiten die Schwarzen wieder einmal darüber, wer eine moderne, bürgerliche Stadtpartei am besten darstellen könnte, anstatt nachzudenken, was so eine Partei eigentlich anbieten müsste: vielleicht eine liberale Kultur-, kombiniert mit einer offensiven Integrationspolitik (da holt die SPÖ jedoch mittlerweile auf), jede Menge Start-ups und Forschungszentren, offene Geschäfte und Schanigärten rund um die Uhr (da werden die Wirtschaftskämmerer wohl nicht mitspielen), als Draufgabe noch ein paar Schulprojekte für Gscheiterln, Fachhochschulen, Eigentumswohnungen für Jungfamilien und zeitlich flexible Tagesmütter sowie mehr schicke Hochhäuser und weniger Weltkulturerbe? Aber jetzt ist eben erst einmal die Obmannintrige angesagt. An Peter Marboe denkt da kaum einer. Obwohl er als Kulturstadtrat eine gute Figur gemacht hat und auch Liberalismus verkörpert, der der Wiener ÖVP so fehlt. Aber genau das mögen weder Wirtschaftsbund noch ÖAAB. Außerdem ist Peter Marboe genauso alt wie der scheidende Obmann Bernhard Görg. Und begnadeter Wahlkämpfer oder Parteistratege ist er auch keiner. Zu suchen wäre also ein junger Busek. Noch besser: eine junge Busek. E. W.


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