Beim seltsamen Völkchen

Politik | FLORIAN KLENK, EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

KÄRNTEN. Hier streitet man um Ortstafeln, hier warnt man vor "Slowenisierung", hier wird das Parlament ausgesperrt, seine Beschlüsse für nichtig erklärt, die deutsche Heimat beschworen und Haider an die Macht gewählt. Jetzt ist Kärnten auch noch zur Kaderschmiede der österreichischen Politik geworden. Inspektion eines Schurkenlandes. 

Eine schlichte, weiße Flügeltür aus Holz kann zum Symbol für freiheitliches Demokratieverständnis werden. Am 6. März eilte der ÖVP-Abgeordnete Ferdinand Sablatnig kurz vor zehn Uhr morgens von seinem Büro im Kärntner Landhaus einen Stock hinunter. Er öffnete forsch die Tür zum kleinen Wappensaal - da spürt er Widerstand. "Ich schaue um die Ecke, und da steht der Sekretär des Herrn Haider", erzählt Sablatnig, immer noch erbost. Der Sekretär blockierte die Tür und sagte: "Hier ist eine Pressekonferenz." Sablatnig erwiderte, um zehn Uhr tage ein Untersuchungsausschuss im Wappensaal, der immerhin von der Mehrheit des Landtages eingesetzt


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