Fortschrittliche Wende

Politik | MARKUS MARTERBAUER | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

WIRTSCHAFT. Amartya Sen, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, erhielt vergangene Woche den Bruno-Kreisky-Preis. 

Das schwedische Nobelpreis-Komitee zeigte sich in den letzten Jahren für Überraschungen gut. Und das in einem Wissenschaftsbereich, der oft wenig zu kritischen Gedanken neigt: der Ökonomie. 1998 erhielt der indische Entwicklungsökonom Amartya Sen, der sich mit Wohlfahrtsökonomie sowie Armut und ihren Ursachen auseinander gesetzt hat, den Nobelpreis. Dies sorgte - wie die Preisverleihung an den Ökonomen Joseph Stiglitz im Jahr 2001 - für erhebliche Verunsicherung im neoliberalen Mainstream und spiegelt den im Gang befindlichen Paradigmenwechsel in der Ökonomie wider: weg vom neoliberalen Vorurteil, wonach "die Märkte alles regeln", hin zu einem umfassenden Ansatz - für eine erfolgreiche Entwicklung sind Demokratie, soziale Sicherheit und funktionierende Märkte Voraussetzung.

  Diese fortschrittliche Wende in der ökonomischen Theorie trifft in Europa


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige