DOKUMENTATIONSARCHIV: Geächtet, gefördert, gehasst

Politik | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

Erst 18 Jahre nach Kriegsende wurde das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) von ehemaligen Widerstandskämpfern und Wissenschaftlern gegründet. Vorher ließ es das innenpolitische Klima nicht zu: Wer sich dem NS-Regime widersetzt hatte, galt als Eidbrecher, Feigling oder Verräter. In den Siebzigern - unter Bruno Kreisky - wurde das DÖW sehr gefördert, seit 1993 ist der wissenschaftliche Verein das Feindbild der FPÖ. Damals prangte auf dem Cover des jährlich erscheinenden "Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus" Haiders Kopf vor einer Reichkriegsflagge. Haider klagte auf Unterlassung - und bekam Recht. Seither attackieren viele FPÖ-Politiker - von Andreas Mölzer bis zu FPÖ-Generalsekretär Sichrovsky - immer wieder die Einrichtung. Anlässlich der Zivildienstnovelle erklärte der blaue Abgeordnete Wolfgang Jung, dass er Zivildienst "in den Bereichen wie dem Dokumentationszentrum" ablehne, weil dort "Zivildiener politische Arbeit oder sogar halbamtliche

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