PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

So möchte man auch einmal verabschiedet werden, egal, wohin man geht. Tramontana winkte dem scheidenden profil-Chefredakteur Christian Seiler am Montag ganz und gar nicht profan nach, sondern schrieb an dessen Hund Barolo: "Er hat, du wirst es nicht für möglich halten, über zeitkritische Texte geredet und dann auch noch darüber geschrieben. Er hat eine halbe Generation österreichischer Kabarettisten dazu gebracht, nicht unsere Gegenwart zu betrauern, sondern unsere Zukunft zu erdenken." Zu all dem hatte er "die Stirn, Kulturjournalist sein zu wollen". Und: "Kultur ist, das hat dein Herrl immer sehr deutlich gemacht, eigentlich dazu da, die Geschichte der Menschheit ein wenig nachzurecherchieren und mithilfe eines Gedankenaustausches in Humanität umzuwandeln." - "Vor etwas mehr als fünf Jahren hatte dein Herrl das Glück, dank deiner in seiner Kurier-Freizeit-Kolumne reüssieren zu können. Denn machen wir uns nichts vor: Was wäre er ohne dich? Einer der gescheitesten Journalisten Europas? Einer der stillsten Analytiker? Einer jener merkwürdigen Sorte, die nachdenken wollen?" Möchte man so verabschiedet werden?


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