Leben mit dem Konjunktiv

Kultur | aus FALTER 12/02 vom 20.03.2002

FILM. Die Dokumentation "Im toten Winkel" und die Romanverfilmung "Gebürtig" suchen auf unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.

Dass ich so unüberlegt Ja gesagt habe ... Ich hätte ja sagen können: ,Nein, das will ich nicht' ... Ich habs aber nicht gemacht, da war die Neugier zu groß ... Ich habe ja nicht gedacht, dass mich das Schicksal so vorantreibt - an eine Stelle, die ich nie angestrebt habe. Und trotzdem: Es fällt mir schwer, mir das zu verzeihen."

  Die Stelle, von der die alte Dame vor der Kamera spricht, gibt dem Film "Im toten Winkel" seinen Titel und beschreibt einen unheimlichen Ort der Stille inmitten eines tobenden Weltkriegs. Ein Szenario, das die Frau im Film später als geradezu absurdes Bild bezeichnen wird: Das charismatische Zentrum des NS-Staates, den intimen Platz an der Seite Adolf Hitlers erlebte sie als einen Ablauf regelmäßiger Teestunden, ausgedehnter Spaziergänge und höflichen Smalltalks.

  Das


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