STANDPUNKT: Haider privat

Politik | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

Jörg Haiders Trip in den Irak wird immer mysteriöser. Wie sich herausstellt, hatte der blaue Chef nicht nur armen, kleinen Kindern geholfen, sondern auch ein paar Wirtschaftsfreunden. Die Zeitschrift Format berichtet, dass Haider wegen Milliardendeals für Kärntner Unternehmen beim irakischen Außenminister sowie bei Saddams Vize wenige Wochen nach dem Handshake persönlich intervenierte. Haider bedankt sich bei den irakischen Würdenträgern für den "support in this matter". Zur gleichen Zeit weigert sich Haider mit Händen, Füßen und Gutachtern gegen einen Untersuchungsausschuss über seine "Privatreisen" in den Irak. Wenn sich ein Politiker "in Italien einen Schlecker kauft", interessiere das ja auch niemanden. Der Grund für die Furcht vor parlamentarischer Kontrolle liegt auf der Hand. Haider benutzt seine Funktion als Landeshauptmann, um Unternehmen, die im Dunstkreis der blauen "österreichisch-irakischen Gesellschaft" stehen, wirtschaftlich zu helfen. Wieso macht Haider das? Nach welchen Kriterien werden die Unternehmen ausgewählt? Welche Vergünstigungen gibt es dafür? Und vor allem für wen? Fest steht, dass Haider einen Sondertarif für seinen Flug verrechnet bekam. Ob er den nun als Privatmann Jörg oder doch als Landeshauptmann Haider bekommen hat, spielt keine Rolle. Er benutzt sein Amt für Freunde. F. K.


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