DOLM DER WOCHE: Ch. Schönborn

Politik | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

Als Christoph Schönborn unlängst mit Irans Präsident Mohammed Khatami zusammentraf, sah der Kardinal den Besuch als "stark vom interreligiösen Dialog" geprägt an. Zur Erinnerung: Khatami hat unlängst im Iran die Steinigung reformiert. Die Schädeldecken von eingegrabenen Frauen sollten nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Steinen eingeschlagen werden. Schönborn sagte dazu nichts. Er sagte nur: "Es ist positiv, wie stark der iranische Staatschef herausgestellt hat, dass Zwang mit dem innersten Wesen der Religion unvereinbar ist." Seine Exzellenz plagen nun andere Sorgen. Etwa das Bücherl des Cartoonisten Gerhard Haderer. Der hatte nämlich Jesus verspottet. "Im Namen der Demokratie" protestierte der Kardinal in Presse und Krone gegen die Verletzung religiöser Gefühle. Schließlich würde man es sich auch nicht trauen, so über andere Religionen herzuziehen. Vielleicht sollte sich Schönborn bei Khatami über Salman Rushdie erkundigen.


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