FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

Hauptsache katholisch. Dieses schöne Motto des Vorarlbergers gilt vor allem vor den großen kirchlichen Feiertagen wie Ostern, da muss sich auch das Fernseh-Programm mit dem Wesen des Katholischen beschäftigen. Besonders schön und wahr tun das die "Sopranos". Der psychisch labile Mafia-Capo aus New Jersey, Tony Soprano, wird wieder biblisch von Judassen (sein Killer-Kumpel Pussy, seine große böse dicke Schwester, ihr kleiner Mafia-Lover) in den eigenen Reihen verfolgt, seine Kinder wenden sich von der Kirche ab und dem Existenzialismus zu, sein Lieblings-Killer-Neffe Chris wird niedergeballert. Im Krankenhaus trägt der Patient dann natürlich ein Papstmedaillon am Krankenhaushemd ("ein gutes Omen, unser Heiliger Vater wurde auch angeschossen und hat überlebt"). Chris erzählt den Glanzstreifen-Trainingsanzug-Mafiosi von seinem kurzen Koma ("ich war in der Hölle"), die fürchten sich daraufhin nur mehr vor dem Fegefeuer. Tony Sopranos brave Frau betet, damit Chris überlebt und auf den "rechten Weg" umkehren kann. Dabei wendet sie sich einmal nicht an den feschen jungen Priester, dem sie sonst so gerne Lasagne kocht. "Die Sopranos", Sa, ZDF, ab 23 Uhr.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige