ALEXANDER HAMMID: Der letzte Pionier

Kultur | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

Alexander Hammid, 1907 in Linz (als Alexander Hackenschmied) geboren, hat als Regisseur, Kameramann, Editor und Kritiker eine eigenwillige, autonome Spur ins Kino gezeichnet: ein Cineast des ersten Versuchs, der mit seinem Debüt "Spaziergang ins Blaue" (1930) den Grundstein der tschechischen Avantgarde legte, mit "Crisis - A Film of the ,Nazi Way'" (1939) eines der bleibenden antifaschistischen Filmdokumente drehte und im amerikanischen Exil zusammen mit seiner damaligen Frau, Maya Deren, schlichtweg den Klassiker des avantgardistischen Films schuf - "Meshes of the Afternoon" (1943).

  Nicht jede seiner Arbeiten ist ein Meisterwerk: Insgesamt sind es weit über achtzig, vor allem kurze Dokumentarfilme, die im Auftrag öffentlicher Einrichtungen wie der amerikanischen Gesundheitsbehörden, des Office of War Information oder der Vereinten Nationen gedreht wurden. Kaum eine dieser Arbeiten war für den normalen Kinoeinsatz bestimmt, und auch sonst entzieht sich sein Ruvre allen gängigen Kategorisierungen: Das Expanded-Cinema-Projekt "To Be Alive!" (1964 für die Weltausstellung in New York realisiert) brachte ihm einen Oscar ein, und in den Siebzigerjahren wirkte er maßgeblich an der Entwicklung des IMAX-Verfahrens mit. - Heute lebt Alexander "Sasha" Hammid zurückgezogen in New York.

Als "Tribute to Sasha" zeigt das Österreichische Filmmuseum von 1. bis 8.4. insgesamt 24 Arbeiten von Alexander Hammid. (Die Filme von Maya Deren und Hans Richter sind am 2. bzw. 16.4. im Rahmen des Zyklischen Programms zu sehen.)


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