Verfackt und zugenäht

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

LITERATUR. Salman Rushdies zivilisationskritischer Roman "Wut" liegt nun auch "auf deutsch" vor. 

Exegesen zum 11. September haben Hochkonjunktur. Das beschert uns nicht nur Dutzende politische Sachbücher, sondern überhaupt eine Änderung des Leseverhaltens: Selbst Belletristik, die bereits vor dem Anschlag aufs World Trade Center verfasst worden oder erschienen ist, wird nun daraufhin abgeklopft, ob sie Erklärungen für die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit liefern kann. Die deutsche Ausgabe von Salman Rushdies Roman "Wut" (im Original: "Fury", 2001) zitiert am Umschlag eine gewisse Elena Lappin, die dem Buch hellseherische Qualitäten attestiert und die Präzision lobt, mit der hier die Konfrontation "zwischen dem selbstzufriedenen, nervösen jüdisch-christlichen Okzident und dem ebenso selbstzufriedenen, unsicheren islamischen Orient" zur Darstellung gelangt. Das Cover zeigt ein Foto des Empire State Building (der Doppelturm des WTC wäre wohl doch etwas zu aufdringlich gewesen),


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