Meine Seele kriegst du nicht

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

KUNST. In seinen Videos verbindet der türkische Künstler und Filmemacher Kutlug Ataman Realität und Fiktion. In Wien zeigt er Porträts widerständiger Figuren, die sich trotz sozialer Ausgrenzung und Verfolgung treu bleiben. 

Seit dreißig Jahren lebt Melek Ulagaz in der Türkei im Untergrund. Anfang der Siebzigerjahre arbeitete sie als Kurier für eine linke Organisation. Als Freunde ihr rieten, sich zu verkleiden, begann sie eine blonde Langhaarperücke zu tragen. Fremden erzählte sie, sie würde für die Turkish Airways fliegen: "Stewardess Leyla" war geboren. Heute fände sie es absurd, meint die Frau belustigt, wie sie damals hätte glauben können, dass eine so auffällige Frisur eine Tarnung wäre: "Aber mit der Perücke fühlte ich mich sicher, wie eine Intellektuelle." Bis zu dem Tag, an dem es nach einer Flugzeugentführung in den Zeitungen hieß, eine "Stewardess Leyla" gehöre zu den Drahtziehern des Terroraktes.

  In seinem Video "Women Who Wear Wigs" zeigt der 40-jährige


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