Stadtrand: Vermehrwertung von Dosen

Stadtleben | aus FALTER 13/02 vom 27.03.2002

In Deutschland wurde jetzt beschlossen, dass gewöhnliche Getränkedosen bald zu wertvollen Pfanddosen werden sollen - als Maßnahme der Bundesregierung gegen die ständig wachsenden Müllberge. Auch in Wien wurde diese Entscheidung seitens der Umweltstadträtin begrüßt und als überlegenswert beurteilt. Hhm. 25 Cent sollen ab 2003 bei den nördlichen Nachbarn pro Getränkedose kassiert - und bei Rückgabe retourniert werden. Was wahrscheinlich trotzdem niemanden dazu bringen wird, Mehrwegflaschen zu kaufen, die weitaus weniger energieaufwendig sind als die Alubüchsen. Die Wiener Pfandfreude klingt fast so, als wolle man ab sofort Coladosen, die in den Altmetallcontainern der Stadt landen, aufbewahren und - wenns dann so weit ist - nach Deutschland schicken. Da ließen sich doch sicher ein paar Eurochen Extrataschengeld damit verdienen. Oder wird womöglich überlegt, das Dosenpfand tatsächlich auch hierzulande einzuführen? Einen Vorteil hätte die Vermehrwertung von Getränkedosen allerdings: Niemand müsste mehr mit Dosen Fußball spielen und damit vor allem nachts lautstark kicken. Denn: Wer tritt schon mit 25 Cent einfach so durch die Gegend? C. W.


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