FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 14/02 vom 03.04.2002

Ältere Männer haben schon etwas. Zumindest, wenn sie Tony Soprano (der krisengeschüttelte Pate aus den "Sopranos") oder Harald Schmidt heißen. Vor allem Schmidt, der nach sechs Jahren SAT-1-Late-Night-Show auf alle Regeln der billigen TV-Unterhaltung pfeift und dabei immer cooler wird - sofern man das von einem grauhaarigen Mann mit korrektem Haarschnitt, korrekter Brille und korrekten Anzügen überhaupt sagen kann. Der graue Harald macht sogar Umfragen zu den deutschen Bundestagswahlen zum Schmäh: Wenn er seit drei Monaten jeden Abend die Wahlumfrage unter seinem Studiopublikum präsentiert und seine rot-grüne Zielgruppe abwechselnd CDU, FDP oder PDS stark unterstützt, zeigt das die "wahre politische Stimmung im Land". Interessant die Neoliberalen im Publikum, die im März-Monatschnitt der FDP spektakuläre 21,52 Prozent gaben, während Schmidts Mitarbeiter der PDS zu unglaublichen 15,9 Prozent verhalfen. "14 meiner Mitarbeiter haben also PDS gewählt - ein ganzer Flur!", meinte Schmidt, der, wenn es nach österreichischen Maßstäben geht, eigentlich CDU wählen müsste: als Organist aus gutem katholischen Haus.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige