STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 14/02 vom 03.04.2002

Wenn gleich in der ersten Einstellung von "Bellaria - So lange wir leben" eine Wanduhr tickt und das zugehörige Pendel schwingt, weiß man eigentlich schon, was die Stunde geschlagen hat. Douglas Wolfspergers Dokumentation über das Wiener Bellaria-Kino und seine kauzigen Stammgäste hat sich der Nostalgie verschrieben. Das bedingt wiederum, dass man nicht allzu genau nachfragt, warum es gerade das österreichische und deutsche Kino der Dreißiger und Vierziger ist, das es diesen alten Herrschaften angetan hat. Wenn etwa ein pensionierter Deutschlehrer einen Dialog aus Carl Froelichs "Heimat" (1938) auswendig rezitiert und ihm beim Wort "Offiziersehre" die Tränen kommen - sei's drum: Der Film schiebt die echte Filmszene mit Heinrich George und Zarah Leander nach, und weiter gehts. Und wenn der 79-jährige Filmvorführer betont, dass er sich in seinem Kammerl wohl fühlt, die Enge sei er ja vom Zweiten Weltkrieg her gewohnt, bebildert das Wolfsperger naiv mit einer Jugendfotografie im


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