Die Stimme der Dreißiger

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 14/02 vom 03.04.2002

LITERATUR. Der Japaner Haruki Murakami ist mit seinen Romanen auch hierzulande zum Kultautor einer Generation geworden. Anmerkungen zu einem Phänomen. 

Wir packten unsere restlichen Sachen ein und hatten Geschlechtsverkehr. Dann gingen wir ins Kino. Im Film hatten ebenfalls mehrere Paare Geschlechtsverkehr. Anderen beim Geschlechtsverkehr zuzusehen, war auch nicht schlecht." Es war vor über zehn Jahren, als das erste Buch von Haruki Murakami auf Deutsch erschien. Der Roman hieß "Wilde Schafsjagd" und enthielt etliche wunderbar beiläufige Passagen wie die eben zitierte.

  Ehe Murakami auch hierzulande zum Kultautor wurde, der er in Japan längst war, sollte allerdings noch einige Zeit vergehen. Auslöser dafür war letztlich ein eher entbehrlicher Eklat, der Anfang 2000 zum Ende des "Literarischen Quartetts" führte: Man diskutierte Murakamis Roman "Gefährliche Geliebte", den Sigrid Löffler allzu nonchalant als "literarisches Fast Food" abtat. Marcel Reich-Ranicki, der das Buch vorgeschlagen


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