VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

... berichtete Armin Thurnher vom Erlebnis, das Fernsehprogramm zu lesen.

Das waren noch Zeiten, 1980. Nach zwei Jahren habe ich wieder einen Fernseher. Man braucht ihn zwar nicht, um das Programm zu lesen, und nach zehn Minuten fällt bei meinem der Ton aus, aber länger ist er sowieso nicht zu ertragen.

  Gleich beim Aufblättern des Hefts weht einen Gewohntes an. Jean Marais ist charmant und waghalsig wie stets. Die Welt der bewegten Bilder tritt am Stand. Ein wenig älter sind wir alle geworden, ein wenig näher zusammengerückt. Teddy Podgorski führt jetzt durchs Programm, in dem Heinz Conrads vorkommt. Die Anlässe sind die gleichen geblieben. Ein gemütlicher Spaziergang anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Zentralsparkasse. Was läge näher? Lodinsky ist auch noch da. Wie einem beim "Unbehagen an der Politik" so recht behaglich werden kann, lernt man von der In der Maur. Und die Tiere: Noch immer suchen sie ein Zuhause von und mit Edith Klinger.

  In den Ritzen der ORF-Postillen blüht - gut zu sehen, wie wenig die Zeit ändert - der Schwachsinn, ein im Angesicht des Ganzen harmloses Kraut, obgleich davon natürlich nicht zu trennen. Es hat sich als zähes Kletterpflänzchen erwiesen, das längst die Chefetage erreicht hat. Der dreidimensionale Spuk hat gezeigt, wie weit die so genannten Medienmacher - ein in seiner Barbarei doppelt zutreffendes Wort - in ihren unausgesetzten Versuchen, die Bevölkerung zu entwürdigen, zu gehen bereit sind, und wie tief sie dafür zu sinken bereit sind.

  Wenig mehr als zehn Zeilen haben die sonst so geschwätzigen Presseinformationen, denen Brandauer allemal eine ganze Seite wert ist, für den Ferry-Radax-Zyklus übrig, der aus Anlass des fünfzigsten Geburtstags von Radax an drei Mittwochabenden im April zu sehen ist.


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