Reichtum per Widmung

CHRISTOPH CHORHERR | Vorwort | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

KOMMENTAR. Die Stadtplanung hat vor den Interessen der Grundstücksbesitzer kapituliert und verschafft diesen satte Profite. 

Es ist ein ganz besonderer Vorgang von "Wertschöpfung": Was gerade noch ein Acker oder ein Park war, ist plötzlich, dank einer einfachen Unterschrift, ein Vielfaches wert: Der Gemeinderat hat eine Umwidmung in Bauland beschlossen. Widmungen sind ein Milliardengeschäft: Ob eine Linie auf den für Laien kaum durchschaubaren, rot durchkreuzten Plänen wenige Millimeter weiter oben oder unten verläuft, ob GB oder EPK daneben steht, macht häufig einen Unterschied von einigen Millionen Euro aus.

  Nächste Woche werden im Untersuchungsausschuss zum "Widmungsskandal" die ersten Zeugen vernommen. Erstmals besteht die große Chance, Licht in diesen, bisher kaum als besonders brisant erachteten "Wertschöpfungsakt" zu bringen. Dabei geht es um das Herz der Kommunalpolitik: um die Stadtplanung, also die räumliche Gestalt(ung) unseres Lebensraums, mit dessen Qualitäten

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