NAHOST-KONFLIKT: Blutiger Frühling

Politik | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

Im Nahen Osten hat sich die Situation seit dem endgültigen Scheitern des Osloer Friedensprozesses und dem Beginn der "Al-Aqsa-Intifada", dem zweiten großen Aufstand der Palästinenser im September 2000, drastisch zugespitzt. Unmittelbarer Auslöser war der Besuch des damaligen Oppositionsführers und nun israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon auf dem Tempelberg, dem arabischen Haram al-Sharif. Dieser mit viel Medienrummel angekündigte Besuch und die Tatsache, dass Sharon erklärte, dass diese auch für Muslime heilige Stätte "auf ewig israelischer Souveränität untersteht", provozierte die Palästinenser.

  Im März gab es kaum einen Tag ohne palästinensische Selbstmordattentate und Angriffe der israelischen Armee auf palästinensische Städte und Dörfer. Am 27. März, dem Vorabend des jüdischen Pessachfestes, kommt es zu einem besonders schrecklichen Anschlag: Ein Palästinenser tötet bei einem Selbstmordattentat 22 Menschen. Daraufhin besetzen israelische Truppen die

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