WEHRMACHTSAUSSTELLUNG: Demos und Gegendemos

Politik | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

Bis 26. Mai ist die neue Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" im Wiener Semperdepot (6., Lehárgasse 8) zu sehen. Sie hat täglich, außer am 1. und 9. Mai, von 10 bis 18 Uhr geöffnet, jeden Donnerstag bis 21 Uhr.

  Die neue Wehrmachtsausstellung zeigt viele Dokumente und wenige Fotos. Die alte Ausstellung war aufgrund einiger falscher Beschriftungen von Bildern zurückgezogen worden, da ein polnischer Historiker 1999 nachweisen konnte, dass zwei Fotos nicht Verbrechen der Wehrmacht, sondern Massaker des sowjetischen Geheimdienstes zeigten. Eine daraufhin eingesetzte Historikerkommission stieß auf weitere, aber insgesamt "weniger als zwanzig Bilder", die nicht korrekt zugeordnet worden waren.

  Für den kommenden Samstag, den 13. April, gibt es bei der Wiener Polizei mittlerweile drei Anmeldungen für Demonstrationen rund um die Wehrmachtsausstellung. Rechtsextremisten rufen auf Neonazi-Homepages seit Wochen zu einer Kundgebung auf. In Reaktion auf die Demonstration der Rechten hat ein Bündnis antifaschistischer Gruppen ihrerseits zu einem Protestmarsch aufgerufen. Mehrere Organisationen und Personen sind vergangenen Freitag allerdings aus dem Bündnis für die Gegenkundgebung ausgetreten und haben nun einen eigenen Aufruf veröffentlicht. Der Grund: Die Israelitische Kultusgemeinde hatte kritisiert, dass sich auch Unterstützer der palästinensischen Intifada unter den teilnehmenden Organisationen befinden. Diese Gruppen würden "zwölf Monate im Jahr Antizionismus und damit Antisemitismus propagieren". Wer nun genau wo und warum marschiert, ist im Internet nachzulesen: Unter www.gegennazis .at.tf oder www.vorstadtzentrum .net/bsb.


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