Mediensplitter

Medien | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

Kirch insolvent. Die größte Pleite der deutschen Nachkriegsgeschichte: Kirchmedia, zu dem unter anderem die TV-Sender Sat 1 und Pro 7 gehören, reichte am Montag beim Amtsgericht München den Insolvenzantrag ein. Die Kirch-Gruppe ist mit mehr als 6,5 Milliarden Euro verschuldet. Fast 10.000 Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz. Die Medienkonzerne WAZ und Springer sind an einem Einstieg interessiert, die Gläubiger wollen sich aber nicht auf eine deutsche Lösung festlegen: Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi wetzen angeblich schon die Messer.

ORF-Postenkarussell in Fahrt. Vergangene Woche wurden der Chefredakteur Fernsehen (verantwortet alle "ZiBs" und Nachrichtenmagazine) und der Leiter der Parlamentsdirektion ("Hohes Haus" und Übertragungen aus dem Parlament) ausgeschrieben. Anfang Mai sollen die neuen Chefs auf ihren Sesseln sitzen: Als Info-Chef wird Werner Mück, bisher Leiter der Wissenschaftsabteilung, gehandelt. Dafür muss Chefredakteur Robert Stoppacher in die Parlamentsredaktion weichen. Die Sendungsverantwortlichen der Nachrichtensendungen (also vor allem "ZiB 2"-Chef Roland Adrowitzer) werden entmachtet, dafür werden wieder Ressorts wie zu Zeiten Bachers eingerichtet, die die "ZiBs" beliefern. Als Innenpolitikchef ist Hans Bürger im Gespräch, Ausland und Wirtschaft könnte Anette Scheiner übernehmen.

WIENER JOURNAL. Die "Wiener Zeitung" macht dieser Tage die Übernahme des "Wiener Journals" perfekt. Damit ist die Zukunft der "liberal-konservativen Monatszeitschrift für Leser und Kopfbenützer" gesichert. In der aktuellen Ausgabe widmen sich unter anderen Peter Ulram und Anton Pelinka der "Demokratie in der Populismusfalle". Der Schriftsteller Jörg Mauthe gründete das "Wiener Journal" 1980, heute wird es von Peter Bochskanl, Chefredakteur der "Wiener Zeitung", und Ex-Vizekanzler Erhard Busek herausgegeben.


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