FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

Mittelmäßigen Menschen zuzusehen, wie sie ihre Mittelmäßigkeit zur Schau stellen - das ist Fernsehunterhaltung, und das ist auch okay so. Schließlich hat fast jeder Fernsehliebling irgendetwas, was ihn auszeichnet: Penetranten Frohsinn (manche nennen es Charme) wie Fernsehkochtante Sabine Petzl, absolute Gnadenlosigkeit wie Talkqueen Vera, einen sehr großen Busen wie Talkprinzessin Barbara Karlich (Körbchengröße D, in jedem "News", "tv-media" zu bewundern) und andere sind Tiroler wie Walter aus "Taxi Orange". Nur Oliver Auspitz, der hat nichts. Er ist nicht lustig, nicht charmant, nicht schlau, nicht gemein, nicht einmal hübsch: nur mittelmäßig. Dafür ist er eine Nachwuchshoffnung der ORF-Unterhaltung und darf seit seiner Entdeckung bei "Taxi Orange" schlechte Shows wie "Streetlive" moderieren. Also junge Menschen mit peinlichem Small Talk ("Du bist Sozialarbeiter - was macht man denn da so?") zu peinlichen Spielen motivieren, Schadenfreude inklusive, wenn die Kandidaten verlieren: Familienfernsehunterhaltung aus den Sechzigerjahren. Erbarmen - gebt uns lieber mehr herben Charme und Hirn: Dodo RosÇcÇic´ braucht eine Show.


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