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Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

Mozart, nicht erst seit der Euro-Einführung Österreichs Staatskomponist Nummer eins, ist ein schwieriger Fall. Ganz abgesehen davon, dass es für Interpreten eine Heidenarbeit ist, seiner Musik ihre charakteristische Leichtigkeit zu geben (eine Anstrengung, von der man im Ergebnis natürlich nichts mehr hören sollte), und abgesehen davon, dass Telefonwarteschleifen und Werbung der Empfänglichkeit für die Finesse seiner Kompositionen alles andere als zuträglich sind, scheint sich in den letzten Jahren eine kleine Mozart-Krise aufgebaut zu haben.

Im Mozart-Jahr 1991, mitten auf dem Höhepunkt des CD-Booms, wurde der Markt unreflektiert mit jeder Menge großartiger und mit noch mehr unnötigen Einspielungen überschwemmt. Seitdem herrscht bei der Suche nach interessanten Neuansätzen unter Interpreten einige Ratlosigkeit: Nikolaus Harnoncourts seinerzeit revolutionärer (und immer noch großartiger) sinfonischer Ansatz darf längst schon als voll akzeptiert gelten, Friedrich Guldas gewagte


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