Bye, bye, Samurai!

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

FILM. Die Genrevariationen des japanischen Regisseurs Fukasaku Kinji zeigen eine depravierte, gesetzlose Welt, in der jeder gegen jeden steht. Stilistisch war Fukasaku, dessen Werk eine Retrospektive im Filmmuseum gewidmet ist, seiner Zeit oft voraus. 

Der Lehrer ist genervt: 42 japanische Teenager in taubengrauer Schuluniform sitzen vor ihm, aber keiner scheint an seinen Ausführungen interessiert. Die Buben schauen trotzig drein, die Mädchen tuscheln. Da nimmt der Lehrer - dargestellt von Takeshi Kitano - ein Butterflymesser, zielt, wirft und hat Erfolg: Als es sich zwischen die Augen einer Schülerin bohrt, herrscht Stille.

  "Battle Royale" (2001) ist der neueste Film von Fukasaku Kinji. Und eine einzige Szene daraus genügt, um mit allen möglichen Assoziationen aufzuräumen, die einen bei der Information: "japanischer Regieveteran, Jahrgang 1930, Retrospektive im Filmmuseum" beschleichen könnten. Fukasakus Filme sind alles Mögliche - alt aber sind sie nicht.

  Über einen Zeitraum


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