Der Mann ohne Kamera

MICHAEL OMASTA | Kultur | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

FILM. Am Schneidetisch hat der Künstler Gustav Deutsch vorgefundenes Filmmaterial zum jüngsten Teil seiner flimmernden Grundlagenforschung "Film ist." montiert.  Was ist Film?", fragt Peter Kubelka. "Film is a battlefield. Film ist Montage. Film is a girl and a gun." 1996, als das Kino seinen hundertsten Geburtstag feierte, hat der Wiener Filmemacher Gustav Deutsch angefangen, die provokanten Ein-Satz-Definitionen von Sam Fuller bis Jean-Luc Godard zu sammeln. Er kam zu dem existenzphilosophischen Schluss: "Film ist.", und nahm sich vor, irgendwann einen Film zu machen, der keine dieser Definitionen mehr nötig hat.

  Bereits seit Mitte der Achtzigerjahre arbeitet Gustav Deutsch mit Found-Footage: gefundenem Material, dem Zufall und Filmrestchen. Listet man die Titel seiner Filme chronologisch auf, wird deutlich, dass sein Werk dem Projekt der Verdichtung, dem essenziell Filmischen verpflichtet ist: "Film spricht viele Sprachen" hieß sein Trailer für die Viennale 95, und "Film ist

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