TIER DER WOCHE: Kuhäugig


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 15/02 vom 10.04.2002

"Die Kälbchen werden im Sommer geboren

mit langen Beinen und weichen Ohren,

doch weil die Hausfrau auf Kalbfleisch geil,

zerhackt sie der Fleischer mit dem Beil."

Insterburg & Co

In Dornbirn wurde letzten Sonntag das beliebteste Rind gewählt. Nein, nicht das beleibteste, milch- oder samenreichste, sondern wirklich das Beliebteste. Bloß, wodurch machen sich Rinder beliebt? Die Jury, das muss man vielleicht dazusagen, bestand nicht aus Stieren, die auf pralle Euter glotzten, sondern war mit Menschen besetzt, die zwei Bewerbe, "Kuh-Styling" und "Miss-Wahl", zu bewerten hatten. Sieger wurde dann - seltsamerweise - ein Stier namens Manfred. Mir ist das ja etwas zu persönlich, denn ich kann mein Schnitzerl auch genießen, ohne zu wissen, dass es einmal Klara oder Ferdl hieß.

In manchen Fischlokalen kann man sich jenen schuppigen Freund, der gleich auf dem Teller landen soll, aus einem Aquarium aussuchen. Für mich war das immer unklar, wodurch sich diese Fische bei ihren Konsumenten beliebt machen

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