"Dem Volk verpflichtet"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 16/02 vom 17.04.2002

OMOFUMA. Wer einen Häftling wie eine Mumie verklebt und dadurch zu Tode bringt, handelt ohne Vorsatz. Weil es "die da oben" gewusst haben, gibt's auch noch Strafmilde. Marcus Omofuma ist unter die kleinen Rädchen gekommen. 

Der Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg hat Recht gesprochen. Wenn drei Polizeibeamte einen Schubhäftling mit mehreren Klebebändern am Sitz festbinden, wenn sie ihm den Mund zukleben, seinen Kiefer mit einem weiteren Klebeband am Schädel fixieren, wenn sie einen Gurt um seinen Körper legen, mit dem Knie von hinten gegen den Sessel drücken, um die Spannung zu verstärken, wenn sie ihn so einbandagieren, dass es der Staatsanwalt als "menschenverachtende Verklebung eines Menschen zur Mumie" bezeichnet, dann handeln diese Polizisten ohne den Vorsatz, einen Menschen zu quälen.

  Acht Monate bedingt für die drei nicht suspendierten Beamten der Wiener Fremdenpolizei. Das Delikt "Quälen eines Gefangenen mit Todesfolge" wurde fallen gelassen. Denn das Gericht


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