Kommentar - Volksoper: Herzensdame, Held und Buffo

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 16/02 vom 17.04.2002

Behaupte keiner, die Operette sei tot. Ein tragisches Prachtexemplar der Gattung wird derzeit in aller Öffentlichkeit aufgeführt. Ihr Titel: Die Kunststaatsoperette. Ihr Thema: die Zukunft der Volksoper. Ihre Protagonisten: Dominique Mentha, der sympathische, aber glücklose Direktor der Volksoper, als tragischer Held; Georg Springer, der Vorsitzende des Volksopern-Aufsichtsrates, als umworbene Herzensdame; die Rolle des Bösen ist zweigeteilt: Buffo Kunststaatssekretär Franz Morak (ÖVP) tölpelt dilettantisch an der Rampe herum, während Staatsoperndirektor Ioan Holender als Widersacher des Helden aus dem Hintergrund agiert. In Nebenrollen treten auf: das Publikum als Chor sowie einige lautstarke Wiener Kritiker als einige lautstarke Wiener Kritiker.

Erster Akt: Im September 1999 übernimmt Dominique Mentha die gerade zur GmbH transformierte Volksoper. Der Auftrag: die Pflege der verstaubten Gattung Operette einerseits sowie die "inhaltliche Erweiterung des Hauses in Richtung Innovation"

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