INTERVIEW MIT CLAUDE LANZMANN: "Das Recht und die Pflicht zu töten"

Kultur | STEFAN REINECKE | aus FALTER 16/02 vom 17.04.2002

Der 1925 geborene Claude Lanzmann ist neben Marcel Ophüls gegenwärtig der wohl wichtigste Dokumentarfilmer. Bekannt wurde Lanzmann durch seinen neunstündigen Film "Shoah" (1985). In seiner jüngsten Arbeit dokumentiert Lanzmann den jüdischen Aufstand in dem im heutigen Polen gelegenen Vernichtungslager Sobibor, dessen Beginn im Filmtitel angeführt wird: "Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr". Im Interview spricht Lanzmann über Helden, Hitchcock, die Historisierung des Holocaust - und seinen neuen Film "Sobibor".

Falter: Yehuda Lerner, die Hauptfigur in "Sobibor", hat an dem einzigen gelungenen jüdischen Aufstand in einem Vernichtungslager teilgenommen. Ist Lerner ein Held?

Claude Lanzmann: Ja. Und alle anderen, die an dieser Revolte teilnahmen. Bedenken Sie, wie schwierig es war, in ein paar Wochen den Aufstand zu planen und ihn geheim zu halten. Und welche Fantasie nötig war, um in einem Vernichtungslager an Waffen zu kommen. Sie bekamen Äxte, weil sie als Tischler für die SS arbeiten


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