SPIELPLAN

Kultur | WOFGANG KRALICEK | aus FALTER 16/02 vom 17.04.2002

Fast hätte mans vergessen: Der Rabenhof ist ja immer noch ein Theater! Nach all den Mörder-Galas, Fußball-Stammtischen und Chmelar-Shows muss man sich erst daran gewöhnen, dass hier wieder einmal ganz normal Theater gespielt wird. "Der Himmel mein Lieb meine sterbende Beute" von Werner Schwab ist eine Fortsetzung - oder besser: Variation - des Erfolgsstücks "Volksvernichtung"; der 1994 nach kurzer und heftiger Karriere verstorbene Dramatiker nimmt hier die mit autobiografischen Zügen versehene Figur des kleinbürgerlichen "Grazkünstlers" Herrmann Wurm wieder auf. In einer schaurig schönen Wohnzimmerkulisse (Ulrich Leitner) inszeniert Barbara Neureiter das deftige Künstlerdrama angenehm ungekünstelt und direkt; das expressive Spiel von Hauptdarsteller Andreas Patton kontrastiert gut mit der intensiven Passivität von Elisabeth Prohaska als Mutter Wurm. Einziger Einwand: Das Stück ist zehn Jahre alt, und wer es heute spielt, sollte vielleicht auch die merkwürdige Distanz, die


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