Alternde Systemficker

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 16/02 vom 17.04.2002

MUSIK. Mit der neuen CD "Irres Licht" feiern die deutschen Groove-Popper Die Sterne ihr zehnjähriges Bandjubiläum. Der "Falter" sprach mit ihnen über unverschämtes Zitieren, die Beständigkeit von Steely Dan und sakrale Antiglobalisierungslieder. 

Als Die Sterne 1992 mit der Vinyl-EP "Fickt das System" debütierten, durfte man aufgrund des parolenhaften Titels noch eine anarchistische Punkband hinter dem Hamburger Quartett rund um den Sänger, Songwriter und Gitarristen Frank Spilker vermuten. Doch die Platte selbst verdeutlichte schnell, dass Spilker und Co weniger aus einer krachigen Punk-, sondern weit eher aus einer gut gelaunten Funk-Tradition heraus operierten und zudem herzlich wenig für inhaltliche Eindeutigkeiten übrig hatten. "Nur keinen Pathos, ratlos, harmlos. Keinen Pathos, Tote werfen keine Schatten. Keine Parolen, keine blöden wie die: Fickt das System", hieß es im Titelstück - wodurch aus dem vermeintlichen Schlachtruf eine kritische Reflexion derartiger Parolen


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