GEBURTSHAUS NUSSDORF: Kein Geld für sanfte Geburt?

Politik | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

Jakub ist ein ruhiger und zufriedener Säugling. Meistens. Zur Welt kam er unter Wasser, die Geburt verlief "den Umständen entsprechend" stress- und schmerzmittelfrei und war ein großartiges Erlebnis - zumindest für seine Eltern. Jakub ist eines der Kinder von Nussdorf. Es könnte sein, dass er einer der Letzten ist, die im Geburtshaus Nussdorf "sanft" zur Welt gekommen sind. Jetzt nämlich steht das Haus an der Heiligenstädter Straße vor dem Aus: Weniger Geburten führten zu finanziellen Engpässen, und die Krankenkassen weigern sich hartnäckig, Geburtshausgeburten zu bezuschussen.

  "Individuelle Betreuung und das Gefühl der Sicherheit" führen Jakubs Eltern Claudia Fellner und Bayram Tekin als Hauptgründe dafür an, wieso sie das Geburtshaus einem Spital vorgezogen haben. Nach mehreren Fehlgeburten und fast traumatischen Erfahrungen mit Krankenhäusern ("Ich bin schließlich nicht krank, ich bin lediglich schwanger!") kam für Claudia nur Haus- oder Geburtshausgeburt infrage.


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