Weg zur letzten Ruhe

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

NS-OPFER. Nach 57 Jahren werden die Kinder, die an der NS-Euthanasie-Klinik ,Am Spiegelgrund' von NS-Ärzten ermordet wurden, in einem Trauerakt symbolisch beerdigt. Verwandte der Opfer üben leise Kritik. 

Nur zwei Urnen werden aufgebahrt. Die anderen 597 sind bereits vor zwei Wochen still beigesetzt worden. Der letzte Akt am 28. April "soll eine symbolische Beisetzung sein", schrieb Michael Häupl (SPÖ) an die nicht einmal zwei Dutzend Angehörigen, die sich bis jetzt gemeldet haben. Der Wiener Bürgermeister und Bundespräsident Thomas Klestil werden am Sonntag am Wiener Zentralfriedhof die Gedenkreden halten.

  Doch nicht alle finden die Vorgehensweise adäquat: "Es wäre schön gewesen, wenn der Trauerakt und die Bestattung der Urnen zusammengelegt worden wären", sagt Waltraud Häupl, deren Schwester Annemarie 1942 am Spiegelgrund von NS-Ärzten so hohe Dosen des Beruhigungsmittels Luminal verabreicht bekam, dass die Vierjährige wenige Tage später an Lungenentzündung erkrankte


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