PRESSESCHAU

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

Eitel und selbstreflexiv sind wir selber, da brauchen wir keine Kolumnenfuzzis, die nur von sich selbst erzählen. Da schreibt Uschi Fellner in News jede Woche stilsicher über ihre Lebensinhalte: Fummel. "Frühjahrsputz daheim. Viel lustiger als Fensterputzen ist es doch, die Sommersachen rauszuholen und appetitlich aufzuhängen." Das Dreckputzen wird eh vom Personal erledigt, da kann die Gattin des Formil-Chefs derweil geschätzte 1900 Zeichen über "Figurkiller", Federkleider und Jeans mit Sicherheitsnadeln philosophieren. "Wohin jetzt mit dem Plunder? Anziehen, unmöglich. Der Caritas geben? Die würde mir das Zeug zu Recht um beide Ohren hauen, auch Obdachlose haben Würde." Echt schlechter Stil, Frau Uschi. Geschickter eitel ist da Christian Seiler in seiner Kurier-Kolumne "Hund & Herrl". Okay, die Hundekolumne an sich ist für den Nichtbellobesitzer wirklich verzichtbar, aber wie Seiler unter dem Vorwand, über Barolo zu schreiben, von sich selber erzählt, das ist nicht unelegant. Allerdings sollte es nicht einreißen, dass der titelgebende Hund erst ab dem fünftletzten Satz daherkommt: Sonst wird das nur eine weitere unnötige "Herrl"-Kolumne.


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