"Baby I love you so"

Kultur | CHRISTIAN CARGNELLI | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

FILM. Mit "Mein Stern" gelingt der Berlinerin Valeska Grisebach ein beeindruckendes Kinodebüt - und der beste österreichische Spielfilm seit Wolfgang Murnbergers "Ich gelobe" (1994). 

Berlin Mitte. Trabantenstadt. Christopher sitzt bei Nicole auf dem Sofa, beide sind 15. Eierlikör. Schweigen. "Hat dir überhaupt schon mal einer gesagt, so, dass du schön bist wie das siebente Weltwunder?" Nicole lacht verlegen: "Nein, eigentlich nicht." Zarte Umarmung.

  Eine Liebesgeschichte beginnt, eine Geschichte der Blicke und Posen, der langen Gesprächspausen und ausgestanzten Sätze, die über die Protagonisten weit hinausragen - und eine Geschichte, die, wie in jedem Melodram, das auf sich hält, wesentlich von der Musik bestimmt wird.

  Mitten im Film sitzt Christopher neben seiner Exfreundin in ihrem Auto. Christopher zappt durch die Sender des Autoradios, das Mädchen schaut ihn an, dann er sie - vermeintlich irrsinnig cool. "Lass mal", meint sie, als er auf ein Lied stößt: "You don't


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