AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

Leute, lest dieses Buch!" Sagt Daniel Cohn-Bendit. Ja, dann wollen auch wir wissen, "Wovon die Wölfe träumen". Der Roman beginnt mit dem ersten Mord des Protagonisten. Der junge Nafa Walid, der aus der Kasbah von Algier und aus eher ärmlichen Verhältnissen kommt, macht Karriere innerhalb der islamistischen Hardcore-Szene, die nicht nur damit beschäftigt ist, Künstler und Kommunisten zu liquidieren, sondern auch die Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Yasmina Khadra, der eigentlich Mohammed Moulessehoul heißt und sein Pseudonym erst im französischen Exil lüftete, erzählt hier holzschnittartig und psychologisch nicht besonders stimmig die Geschichte seines Helden, der als Chauffeur die Dekadenz und die Macht der Superreichen Algiers kennen lernt und so den Radikalen in die Arme getrieben wird. Die schauen ("mit brennendem Blick und gesträubtem Bart") finster drein und verhalten sich ebenso. Ein blumig-blutiger und mit klischeehaften Nebenfiguren vollgeräumter Roman zeigt einmal


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