Gucci statt Gandhi

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

KUNST. Die Ausstellung "Kapital & Karma" präsentiert globalisierungskritische Positionen aus Indien, die an internationale Tendenzen in der Kunst anknüpfen und dabei die prekären lokalen Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren. 

Tomb's Day", ein dreiteiliger Bilderzyklus des indischen Malers Atul Dodiya, erzählt eine merkwürdige Geschichte: Das erste Gemälde zeigt den russischen Premier Wladimir Putin mit seiner Frau auf einer Steinbank vor dem Tadsch Mahal; auf dem nächsten Bild schlendern Bill Clinton und Tochter Chelsea fröhlich an der monumentalen Anlage vorbei; auf dem dritten schließlich ist das palastartige Grabmal bis auf wenige Säulen verschwunden. Stattdessen schwebt ein verschmitzter Magier wie ein Flaschengeist über der Gartenanlage, und er scheint auch die Quelle der Spielkarten zu sein, die über das derzeit in der Ausstellung "Kapital & Karma" in der Kunsthalle gezeigten Triptychon hinwegrieseln.

  Dodiyas ironische Bildgeschichte lässt Global Players in


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