SYMPOSIUM: "Kapital und Karma" global

Kultur | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

Während die zeitgenössische indische Kunst an mangelnden Förderungen leidet, zeichnet sich der akademische Betrieb durch hohe Interdisziplinarität und internationale Vernetzung aus. Das begleitend zur Ausstellung "Kapital & Karma" veranstaltete Symposium versteht sich als Know-how-Transfer von Indien nach Europa und wurde von Angelika Fitz (Netzwerk DeEgo) mit der Dokumentarfilmerin und Chefredakteurin des Art India Magazine Nancy Adajania und dem Kurator Ranjit Hoskote organisiert.

  Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die widersprüchlichen Effekte der Globalisierung auf Demokratie, Nationalstaat und lokale Identitäten sowie mögliche Formen des Widerstandes gegen deren negative Auswirkungen. Den Vorträgen der indischen Theoretiker folgen an drei Tagen jeweils Workshops mit Kurzreferaten österreichischer Teilnehmer, die die Verbindung zum europäischen Kontext herstellen. So widmet sich etwa der Anthropologe Vivek Narayanan der Konstitution Indiens durch die in der Diaspora entstandenen Konzepte von Mahatma Gandhi und V.S. Naipaul, während Shahid Amin konkurrierende hinduistische und moslemische Geschichtsschreibungen vergleicht.

  Im Workshop spricht dann unter anderem Christiane Hartnack über psychische Störungen, die Briten in der kolonialen Situation erlitten. Der Stadtplaner Rahul Mehrota berichtet über die Auswirkungen der neoliberalen Ökonomie auf die Megacity Bombay, während Ranjit Hoskote in seinem Vortrag auf Historizismen in der Beziehung zur kolonialen Vergangenheit eingeht. Den Link zur Ausstellung stellt schließlich der Kunsttheoretiker Christian Kravagna her, indem er kuratorischen Umgang mit nicht westlicher Kunst reflektiert.

N. S.

Symposium "Kapital & Karma. Indische Dialoge mit Europa": von 26. bis 28.4., jeweils ab 10.30 Uhr, in der Kunsthalle Wien.


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