Stadtrand: Stadtrad statt Rad?

Stadtleben | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

Wer hat sich in den letzten Tagen noch nicht über die neuen blauen Gestelle mit den Einkaufswagerl-Pfandketten gewundert, die im Bereich von vielen U-Bahn-Stationen installiert wurden? Aufzeigen! Hier kommt Trommelwirbel und gleich die Auflösung: An den blauen Gestellen werden demnächst die neuen und sehr pinkfarbenen Stadträder geparkt, die dann gegen Pfand, aber ansonsten gratis, ausgeborgt werden können. So, den Trommelwirbel bitte wieder abstellen, jetzt wird nämlich gemeckert: Wer um alles in der Welt soll diese rosa Räder benutzen? Radelfreudige Stadtmenschen treten in der Regel in die eigenen Pedale (und die meisten lachen wahrscheinlich über "unkaputtbare" Reifen und die paar Gänge bei den städtischen Rädern). Wer sich vorm Radfahren in der Stadt fürchtet, wird auch nicht mittels Leihangebot in den Sattel zu bekommen sein. Und überhaupt: Wenn es demnächst tatsächlich nur möglich ist, von Bikestation zu Bikestation zu radeln (statt von Haustür zu Haustür), ist es doch einfacher, gleich die U-Bahn zu nehmen, oder? Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Leihräder verbogen auf Verkehrsinseln liegen oder wie oft welche aus dem Donaukanal gefischt werden müssen. Toll, dass die Stadt das Radfahren zum Thema macht (Trommelwirbel!). In Sicherheit zu investieren, wär aber gescheiter gewesen. C. W.


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