Ins Netz gegangen

Stadtleben | FLORIAN KLENK und KLAUS STIMEDER | aus FALTER 17/02 vom 24.04.2002

INTERNETKRIMINALITÄT. Ein Journalist der "Kronen Zeitung" liefert der Interpol laufend Beweise gegen Kinderschänder im Internet. In Österreich macht man ihm den Prozess. Der Fall zeigt, wie schlecht die Polizei im Kampf gegen Kinderschänder im Netz ausgestattet ist. Es fehlen Geld, Personal, Know-how und praktikablere Gesetze. Der Mann sieht ganz schön fertig aus. Unrasiert, tiefe Ringe unter den Augen und schwer gestresst, sitzt Alexander Haide in seinem Redaktionskammerl der Kronen Zeitung und fackelt nicht lange rum: "Schau mich an! Bin ich ein Kinderficker? Sag mir, wenn du mich für einen Kinderficker hältst!" Die letzten vier Tage, sagt Haide, "habe ich ein paar Stunden geschlafen, vier Kilo abgenommen und mich mit Beruhigungsmitteln zugeschüttet." In den heimischen Redaktionsstuben wird Haide mittlerweile als Pädophiler gehandelt. Bei der Krone überlegen Kollegen, ob sie ihm noch in die Augen schauen dürfen. Die Chefredaktion wird langsam nervös.

  Kein Wunder: Die Polizei


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