Lehren aus Le Pen

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

AUSLAND. Die Rechte siegt in Europa. Ist ihre Ausländerfeindlichkeit die einzige Antwort auf Migration? 

So schnell kann das gehen: Aus dem "Supermenteur", dem "Superlügner", des französischen TV-Spotts, ist unvermutet der Retter Frankreichs geworden. Die französische Linke diskutiert zwar aufgeregt, ob man sich am 5. Mai in der Wahlzelle eher die Nase zuhalten oder Schutzhandschuhe anziehen soll, aber die Stimme für Jacques Chirac gilt bis weit ins Lager der antikapitalistischen Globalisierungsgegner hinein als ausgemachte Sache. Ein "Referendum über Le Pen" soll der zweite Wahlgang sein. Möglich wird das nicht zuletzt durch die von den französischen Konservativen unter Jacques Chirac stets betriebene konsequente Ausgrenzung der extremen Rechten. Einzig Arlette Laguiller von der archäo-trotzkistischen Gruppe Lutte Ouvrière will selbst gegen Le Pen nicht Chirac wählen, und auch der unterlegene Lionel Jospin tut sich sichtlich schwer mit einer Wahlempfehlung. Zu den Allerersten,


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