STANDPUNKT: Die Waffen nieder!

Politik | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

Auch wenn es ein schwerer Fall von Anlassgesetzgebung wäre, nachdem vergangene Woche ein deutscher Schüler auf seine Lehrer, Mitschüler und auf Polizisten geschossen hat: Der private Waffenbesitz gehört schlicht und einfach verboten. Über eineinhalb Millionen Schusswaffen kugeln legal in österreichischen Haushalten herum. Das sind weit mehr, als Polizei, Gendarmerie und Bundesheer zusammen in ihren Arsenalen lagern. Wozu? Welcher normale Mensch braucht eine Pistole? Wenn in der Nacht ein Einbrecher kommt, ist die Waffe ohnehin nicht griffbereit zur Hand, wenn sie vorschriftsmäßig verwahrt, also weggeschlossen und nicht unter dem Kopfpolster aufbewahrt ist. Sportschützen müssen ihre Pistolen auch nicht zu Hause aufbewahren, sondern könnten sie im Verein abgeben. Bei den Jägern kann man, wenn es nicht anders geht, eine Ausnahme machen. Der internationale Vergleich zeigt: Je strenger das Waffengesetz, desto weniger Mordopfer, die mit Schusswaffen getötet werden. Nachdem ein Amokläufer 1989 in Montreal 18 Frauen erschossen hatte, wurde das Waffengesetz in Kanada verschärft. In den USA, wo das Tragen einer Waffe als Grundrecht verstanden wird, leben zehnmal so viele Menschen wie in Kanada, es gibt aber 150-mal so viele Morde mit Schusswaffen. E.W.


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