Noch ein "Nazi-Land"?

Politik | PIERRE DAUM | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

RECHTSEXTREMISMUS. Ist mit Jean-Marie Le Pens Wahlerfolg in Frankreich nun Österreichs Schande relativiert? Oder bleibt die FPÖ einzigartig in Europa? 

Österreich, Februar 2000 / Frankreich, April 2002: ein politisches Erdbeben, verursacht durch den Einstieg der extremen Rechten in den politischen Ring, Demonstrationen in allen Straßen des Landes, überreizte Medien und eine bürgerlich-konservative Partei am Abstellgleis, die das Wahlergebnis ausnützt, um die Macht zu ergreifen. Die beiden Situationen gleichen einander so sehr, dass die Versuchung groß ist, in dem einen Ereignis das Spiegelbild des anderen zu sehen.

  Deshalb kam in Österreich sogar eine gewisse Schadenfreude über die Botschaft von Le Pens Wahlerfolg auf. Der Stimmenzuwachs des französischen Rechtsextremen scheint selbst unter den stärksten Gegnern der schwarz-blauen Koalition nun ein wenig das schlechte Gewissen zu beruhigen. Nicht zuletzt deswegen, weil sie den Einzug von FPÖ-Ministern in die Regierung nicht


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