Der Raub der Bücher

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

POLITISCHES BUCH. Eine Wiener Historikerin geht den Spuren der Bücher nach, die von den Nazis konfisziert wurden. Und zeigt, wem sie seit 1945 gehören. 

Ab 1940 durchkämmte ein "Einsatzstab" die besetzten Gebiete, ab 1942 wurde dessen Handeln durch einen eigenen Führer-Erlass legitimiert: "Er hat das Recht, Bibliotheken, Archive, Logen und sonstige weltanschauliche und kulturelle Einrichtungen nach entsprechendem Material zu durchforschen", hieß es darin, "und dieses für die weltanschaulichen Aufgaben der NSDAP und die späteren wissenschaftlichen Forschungsarbeiten der Hohen Schule beschlagnahmen zu lassen."

  Die Wiener Historikerin Evelyn Adunka hat in ihrem Buch erstmals systematisch die Plünderung von Büchern während der NS-Zeit aufgearbeitet. Nach Schätzungen waren es über vier Millionen Bände. In Adunkas Arbeit wird aber auch die Restitution nach 1945 beleuchtet, und dabei spart die Autorin nicht mit Kritik an einigen Bibliotheken der Republik: Die Nationalbibliothek


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