FERNSEHEN

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

Sie sind begriffsstutzig, schwulenfeindlich, frauenfeindlich, der pifkinesischen Sprache nicht mächtig, und sie bestreiten - das ist das Schlimmste - ein deutsches Comedyformat. Denn Comedy, genannt im Zusammenhang mit deutschen Privatfernsehsendern, ist ja ein Synonym für miesen Anti-Spaß auf tiefstem Niveau ohne jeden Wortwitz, ausstaffiert mit grauslichen Kostümen. Erkan und Stefan aber, die jeden Montag eine halbe Stunde headnut.tv "an den Start bringen" (23.15 Uhr, Pro 7), haben Charme - vor allem Erkan. Zentrales Element jeder Sendung sind die "krass Interviews". Meinungsforscherinnen, Generäle, Polizisten wissen nicht, wie ihnen geschieht, wenn die Dodeln im Trainingsanzug naiv fragen: "Wie viele Meinungen gibt es eigentlich? Wie kriegen wir die Frauen wieder aus der Bundeswehr? Wie ist das, immer auf der Verliererseite zu sein?" Der Vergleich mit der österreichischen Kopie macht sicher: Ciro de Luca (Donnerstag, 23 Uhr, ORF 1) versucht sich ebenfalls regelmäßig in der liebevollen - pardon - Tschuschenparodie. Komischerweise nicht im Floridsdorfer, sondern im Frankfurter Dialekt. Running Gag: "Ich mach dich kickbox." Ich mach dich wegzapp.


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