SPIELPLAN

PETRA RATHMANNER | Kultur | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

Von der ersten Minute an ist klar: Die Uraufführung von Albert Ostermaiers Stück "Letzter Aufruf" wird kein gewöhnlicher Theaterabend. Das liegt zunächst am Bühnenbildner Martin Zehetgruber, der sich ziemlich ausgetobt hat. Er hat die ganze Burgtheater-Probebühne im Arsenal, die erstmals als Spielstätte genützt wird, zu einer kreisrunden Bühne umgebaut. In der Mitte des Kreises nehmen die Zuschauer auf drehbaren Plastikstühlen Platz. Niemand wird es wagen, die Vorstellung vorzeitig zu verlassen - schon deshalb, weil man den Ausgang nicht finden würde. Das Publikum ist von einem Ring aus silbergrauen Schiebetüren eingeschlossen; die Türen öffnen sich nur, um Spielflächen für einzelne Szenen freizugeben, danach schließt sich der Ring wieder. Häufig sind mehrere Türen gleichzeitig offen, und Szenen werden über die Köpfe der Zuschauer hinweg gespielt. Die ganze Zeit blubbert Musik (Bert Wrede) aus unsichtbaren Lautsprechern. Die Illusion, für zwei Stunden in einen hochartifiziellen

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